Tourismus, Corona und die besonderen Herausforderungen in der Krise

04.04.2020 09:21

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Tourismus, Corona und die besonderen Herausforderungen in der Krise

Die Unternehmen aus der Tourismusbranche sehen sich aktuell ohne Zweifel mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Binnen weniger Tage stellte sich heraus, dass aufgrund der Corona Pandemie nicht nur Auslands-, sondern auch Inlandsreisen verboten wurden. Das Ergebnis: etliche Stornierungen und ein Ausfall, der – je nach Hotelgröße – durchaus beachtliche Summen erreichen kann. Viele Anbieter sprechen mittlerweile sogar schon von Zuständen, die die Existenz bedrohen.

Doch wie sollte ein Hotel in dieser Situation verfahren? Was, wenn Mitarbeitergehälter gezahlt werden müssen, wenn auf der anderen Seite keine Einnahmen verbucht werden?

Fest steht: es braucht ein wenig Fantasie, unternehmerisches Geschick und zweifelsohne auch eine Portion Optimismus, um einen Weg zu finden, die aktuelle Situation weitestgehend unbeschadet zu überstehen.

Mit den folgenden Tipps kann es eventuell gelingen, den finanziellen Schaden in Grenzen zu halten.

Tipp Nummer 1: Gutscheine statt Buchungenstay at home

Niemand bucht gern einen Urlaub, bei dem unsicher ist, ob dieser überhaupt stattfinden kann. Gerade jetzt stellen sich viele Menschen die Frage, ob zum Osterurlaub gegebenenfalls auch noch der Sommerurlaub gestrichen werden muss.

Über entsprechende Entscheidungen soll frühestens ab Ende April gesprochen werden. Und selbst dann haben die Geschehnisse der Vergangenheit gezeigt, dass auch spontane Verschärfungen der geltenden Richtlinien möglich sind.

Wie wäre es, anstelle einer klassischen Buchung einen Gutschein zu erwerben? Dieser kann dann nach Herzenslust zu einem späteren Zeitpunkt eingelöst werden. Auch wenn es aktuell (noch) nicht ersichtlich scheinen mag: die Zeit nach Corona kommt definitiv!

Zusatztipp: Um den Verkauf von Gutscheinen noch ein wenig mehr zu fördern, kann dieser auch mit besonderen Angeboten, zum Beispiel einem 10% Rabatt kombiniert werden.

Tipp Nummer 2: die Kundenbindung festigen

Zugegeben: sicherlich verlieren viele Menschen aktuell den Gedanken an einen Urlaub etwas aus den Augen. Umso wichtiger ist es, dass sie ihre liebsten Reiseziele nicht vergessen!

Um in dieser stressigen Zeit für ein wenig Urlaubsfeeling und Sehnsucht zu sorgen, kann es sich lohnen, eine Webcam anzubieten! Ein Blick auf den Hotelpool, den Strand vor dem Haus oder weitere charakteristische Locations kann daran erinnern, dass es nach der Corona Krise definitiv an der Zeit ist, die Seele fernab der Heimat baumeln zu lassen.

Tipp Nummer 3: Social Media und ein regelmäßiger Austauschyoutube

In Zeiten von Social Media ist es einfacher denn je, mit ehemaligen Gästen bzw. Gästen in spe in Kontakt zu treten. Genau das sollten sich Hotelbesitzer auch während der Corona Krise zunutze machen.

Selbstverständlich ist es wichtig, die Inhalte entsprechend sensibel anzupassen und keine Versprechungen zu machen, die – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – nicht eingehalten werden können.

Ein „Wir freuen uns darauf, Sie im Juni wiederzusehen!“ wirkt unüberlegt und kann zu regelrechten Diskussionen unter dem jeweiligen Post führen. Im Gegensatz dazu weckt ein „Wir freuen uns darauf, Sie hoffentlich bald wieder begrüßen zu dürften!“ ehrliche Vorfreude und unterstützt die Hoffnung, dass tatsächlich in Zukunft alles beim Alten sein könnte.

Tipp Nummer 4: Interaktive Angebote für moderne Hotels

Ihr Hotel verfügt über einen eigenen YouTube Channel? Nein? Dann ist es an der Zeit, diesen einzurichten und „live“ zu gehen.

Vor allem dann, wenn Sie in Ihrem Haus beispielsweise:

  • Kindertanzen bzw. -unterhaltung
  • Sportprogramme

anbieten, handelt es sich hierbei um eine wunderbare Chance, auf diese Art mit Ihren Kunden in Kontakt zu treten.

Wie wäre es mit einem Online-Aerobic-Kurs? Oder mit einer Mini-Disco für die Kleinen? Ihrer Fantasie sind hier so gut wie keine Grenzen gesetzt. Netter Nebeneffekt: durch „Kampagnen“ wie diese werden sicherlich auch Menschen auf Sie aufmerksam, die Ihr Haus bis jetzt noch nicht kannten. Marketing und Kundenbindung in Einem!

Schadensbegrenzung statt Trübsal?! - Ja!

Auch wenn die Tourismusbranche aktuell mehr denn je unter Druck steht, muss dies nicht das Aus für Ihr Hotel bedeuten.

Ja, die Umsätze werden im ersten Moment sinken und niemand weiß zum jetzigen Zeitpunkt, wie bereitwillig der klassische Urlaubsfan nach der Krise Geld ausgeben wird. Aber: es besteht durchaus die Möglichkeit, den Schaden ein wenig zu begrenzen und die Zeit sinnvoll, zum Beispiel auf der Basis von Mitarbeiterschulungen, zu nutzen.

Wer dennoch bemerkt, dass er gerade dabei ist, auf eine finanzielle Sackgasse zuzusteuern, sollte sich nicht davor scheuen, gegebenenfalls finanzielle Hilfen in Anspruch zu nehmen.

Die Hotel- und Tourismusbranche wurde im Laufe der letzten Jahrzehnte mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Dementsprechend ist es sicherlich nicht zu optimistisch zu sagen, dass die Liebe zum Urlaub und zur Erholung auch nach Corona noch Bestand haben wird.

Bildquelle: Pixabay


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